Gemeinsam ist Alzheimer schöner - Zusatztermine!

Ein Stück von Peter Turrini
07.11.2024

"Gemeinsam ist Alzheimer schöner" ist kein klassisches Stück über Alzheimer, sondern ein Stück, das sich mit Liebe, Zärtlichkeit, Wut und dem Leben selbst auseinandersetzt – insbesondere mit einer langjährigen Paarbeziehung.

Er: "Du wirst immer stummer."
Sie: "Das liegt an den Gedanken. Sie gehen mir langsam aus."

"Er" und "Sie", beide älter, haben ihr Leben miteinander verbracht und sitzen nun in einem Sanatorium, in der Abteilung für Demenzkranke. Angesichts des zunehmenden Vergessens blicken sie auf ihre gemeinsame Vergangenheit zurück – auf die Höhen und Tiefen, auf die guten und schlechten Zeiten.

Mit pointierten Dialogen, humorvollen Momenten und einer feinen Balance aus Melancholie und Witz wird das Publikum in die Welt der beiden Figuren hineingezogen, die zwischen Aufbegehren und Versöhnung die Bruchstücke ihrer Geschichte rekonstruieren. Turrini zeigt auf subtile und tiefgründige Weise, wie Liebe und Vergessen miteinander verwoben sind und was es bedeutet, sich und den anderen mit den verbliebenen Erinnerungen zu akzeptieren.
Die gegenseitigen Vorwürfe werden immer heftiger, zugleich aber unspezifischer, da die Erinnerungen zunehmend verfälscht werden. Am Ende erkennen die beiden einander nicht mehr. Könnten sie, wenn sie die Chance hätten, noch einmal von vorne anfangen?
 

TIPP: Stückeinführung durch den Regisseur jeweils 30min vor Vorstellungsbeginn!


Regie: Karl Wiedner
Sie: Dagmar Lais
Er: Wolfgang Fasching
Stimmen: Marlies Schuster, Elisabeth Schuiki

Technik: Rupert Wiedner
Dramaturgie: Karl Posch
Visuals: Nina Ortner

Termine

Üblicherweise besteht die Dramaturgie eines Theaterstücks darin, dass die Figuren auf der Bühne nach und nach mit immer mehr Details über sich selbst und ihren Charakter ausgestattet werden. Am Ende des Stücks wissen sie im besten Fall mehr über sich, und das Publikum weiß mehr über die Welt.

Was aber geschieht, wenn die Figuren eines Stücks immer vergesslicher werden oder am Ende gar dement sind und alles, was sie je ausgemacht hat, vergessen haben? Was bleibt von einem Menschen übrig, wenn nichts von ihm übrig bleibt?

Lässt sich unter der Prämisse, dass zwei Menschen sich selbst und dem Publikum immer fremder werden, eine Theaterdramaturgie aufrechterhalten? Zum Beispiel so: Zwei Menschen, ein Paar, sitzen in einem Altenheim in der Abteilung für Demenzkranke. In Rückblenden lernt man die Vergangenheit der beiden kennen: die Schönheit des Anfangs und den langsamen Verlust dieser Schönheit. Die gegenseitigen Vorwürfe werden immer heftiger, aber auch immer unspezifischer, da sie sich zunehmend Dinge vorwerfen, die sie gar nicht gemeinsam erlebt haben – weil die Erinnerungen mehr und mehr verfälscht werden.

Könnten diese zwei Alten, die sich am Ende nicht mehr erkennen, noch einmal von vorne anfangen? Könnte der letzte Akt ein schüchterner Versuch des Kennenlernens und Verliebens sein, als wären sie einander nie zuvor begegnet? Ist die Leere, der Verlust des Vergangenen, der kommende Tod – oder ein neuer Anfang?
 

Wolfgang Fasching

Dagmar Lais

Elisabeth Schuiki

Marlies Schuster

Karl Wiedner

Rupert Wiedner

Nina Ortner

Probenfotos

Fotos © Christian Koschar

EINTRITT

Standard € 18,00 I Kinder € 10,00

Ermäßigungen: 50% LAUT!-Card I € 2,- Familienpass, IG-Kultur, AK-Card

Einlass 30 Minuten vor Beginn