Der Winter tut den Fischen gut

Roman von Anna Weidenholzer, Bühnenfassung von Margit Mezgolich

Veranstaltungsort: Theater im Kürbis, Wies

Sujet (c) August Loibner / Bilder (c) Christian Koschar

"Wenn er die Tür öffnet, werde ich sagen: Vielen Dank für die Einladung. Ich werde sagen, mein Name ist Maria Beerenberger, ich freue mich, Sie kennenzulernen. Setzen Sie sich. Wird er sagen und mir einen Platz anbieten." Ein geregeltes Leben, das ist es, was Maria Beerenberger (Mitte/ Ende 40) hat: einen Mann samt Schwiegermutter, eine Arbeit, eine Wohnung, Träume. Doch dann verliert sie ihre Arbeit und ihr Alltag beginnt sich zu verändern. Auch wenn sie anfänglich versucht, das Geregelte aufrecht zu erhalten – mit der Zeit geht immer mehr davon verloren. Ihr Leben wird immer mehr bestimmt von AMS-Vorgaben, staatlicher Unterstützung, persönlichem Rückzug und einem leisen Aufgeben. "Der Winter tut den Fischen gut" erzählt in kurzen Sequenzen die Geschichte eines Frauenlebens, von (kleinen) Erfolgen und (großen) Verlusten, von Hoffnung und geplatzten Träumen. Von einem Alltag, wie er alltäglicher nicht sein könnte.

Premiere:Samstag, 9. November 2019, 20 Uhr (AUSVERKAUFT!!!)

Theater im Kürbis Unterer Markt 24, 8551 Wies Weitere Vorstellungen: Donnerstag,14. November (20 Uhr)Freitag, 15. November (20 Uhr)
Samstag, 16. November (20 Uhr)
Mittwoch, 20. November (20 Uhr)
Freitag, 22. November (20 Uhr)
Mittwoch, 27. November (20 Uhr)Freitag, 29. November (20 Uhr) Beginn jeweils um 20 Uhr. Einlass 30 min vor Vorstellungsbeginn. Freie Sitzplatzwahl. Aufführungsdauer ca. 90 min, keine Pause Regie: Peter Eisner Regieassistenz: Melina Schuster DarstellerInnen: Julia Krasser, Petra Fasching, Peter Eisner Technik: Maximilian Fraß, Thomas Stopper

Theater im Kürbis

Von hinten aufgezäumt

Eine Alltagsgeschichte, bereichern verwirrend.

Eine Geschichte im Rückwärtsgang und mit Notausgängen, die konjunktivischen Charakter haben.  Das Theater der Kulturinitiative Kürbis Wies hat Anna Weidenholzers Roman "Der Winter tut den Fischen gut" für die Bühne adaptiert und gewohnte Pfade verlassen: Die erzählte Zeit läuft rückwärts, das Publikum sitzt auf der Bühne und die Schauspieler wechseln durch den Austausch von Namensschildern dutzendfach die Rollen.

Was kompliziert klingt, entwickelt eine Dynamik, der Julia Krasser, Petra Fasching und Peter Eisner (der auch Regie führt) kurzweilig und auf den Punkt gebracht über das Menschsein aufklären. Dieses Menschsein bietet für die Hauptfigur Maria, eine Modeverkäuferin, wenig Hoffnungsvolles: Zuerst geht der Job verloren, dann der Mann, und am Ende warten die Wünsche und Träume. Oder umgekehrt.

"Was wäre, wenn…?" –Sequenzen ergänzen die wunderbare Verwirrung, die allenfalls durch etwas übereifrige Playback-Einschübe gestört ist.

(Daniel Hadler, Kleine Zeitung, 16.11.2019)

Leserzuschrift zu "Der Winter tut den Fischen gut" im Theater im Kürbis Wies

Mit hochkarätiger Schauspielkunst im "Theater im Kürbis" faszinierten Julia Krasser, Petra Fasching und Peter Elsner in der zweiten Aufführung des Stücks "Der Winter tut den Fischen gut" am 14. November in Wies das Publikum. Eine tiefe Melancholie bis hin zur Ausweglosigkeit des Daseins liegt über der Szenenfolge aus dem Alltag von Menschen, die unter einer als schicksalhaft empfundenen wachsenden Abhängigkeit leiden, dadurch an den Rand der Gesellschaft geraten und aus dem Elend ihrer Vereinsamung nicht mehr herausfinden. Meisterhaft die Verknüpfung mit ihrer Sehnsucht nach innerer Befreiung durch Flucht in romantische Verklärung, wie sie in den von Julia Krasser und Petra Fasching im Playback vorgetragenen Songs zum Ausdruck kommt – bewundernswert die vollendete Inszenierung der Songs durch die beiden Schauspielerinnen. Szenenwechsel, Platzwechsel und durch Etikettierung markierte Rollenwechsel lassen beim Zuschauer in echt Brecht‘schem Sinn Beschaulichkeit nicht aufkommen. Danke an Peter Elsner für die beeindruckende Regieleistung und allen Beteiligten für diese gelungene Aufführung. Man verlässt die Veranstaltung zutiefst berührt und nachdenklich.

(Adalbert Feltz, 17.11.2019)

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